Schäbige Damen & Rüde Herren

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Gefahren lauern im Kopf

Ich verlasse meine Arbeitsstelle mit schnellen Schritten; mein Ziel ist mir klar, weswegen ich über meine einzelnen Schritte nicht mehr nachdenken muss. Die Tür fällt hinter mir nicht zu, da sie bei einem bestimmten Abstand zum Rahmen selbst stoppt und deutlich langsamer die letzten Zentimeter überwindet. Um mich herum ist es, als ich einen kleinen Durchgang durchschritten und in die Tiefgarage hinaus getreten bin, überraschend dunkel. Ich höre alles nur sehr gedämpft und ein bisschen unheimlich ist mir das schon. Obwohl nur wenige Autos die Parkplätze bevölkern, könnte ich im Fall des Falles nicht erkennen ob direkt vor mir jemand darauf wartet, dass man unwissend auf ihn zuläuft. Ganz gleich welches Szenario mir durch den Kopf schwirrt und welches vielleicht auf mich wartet - ich könnte mich in keinster Weise darauf vorbereiten.

So schnell wie meine Psyche mich kirr gemacht hat, so schnell bin ich auch wieder draußen und unter freiem Himmel. Ich habe während des Laufens und der verräterischen Geräusche meiner Absätze nicht gezögert, was mir vielleicht einen grauenhaften Tod erspart hat. Draußen regnet es nun; vielleicht hat es auch die ganze Zeit geregnet und es war mir einfach nicht bewusst. Also greife ich nach meinem Regenschirm und öffne ihn. Sofort prallen unzählige kleine Tropfen auf das gespannte Tuch und ich presse die weißen Umschläge, die ich schon gewohnheitsmäßig mit mir herumtrage, fester an mich. Nicht, dass es notwendig gewesen wäre, aber mich überkommt das Gefühl sie vor allem, was ihnen schaden könnte, beschützen zu müssen. So wird irgendwann irgendwer, der meinen verunglückten Leib begraben muss, sagen können dass ich meine Schutzbefohlenen mit meinem Leben verteidigt habe. .

Solche und ähnlich alberne Ideen schwirren mir durch den Kopf, während ich rasch durch den Regen marschiere. Da ich spät von der Arbeit komme, ist es bereits kohlrabenschwarze Nacht. Das Licht seltsam orangener Laternen begleitet mich, auch, wenn es die Gegend um mich herum nicht wirklich erhellt sondern ihr nur einen Hauch von Schummrigkeit verleiht. Ich weiche Pfützen und den grellen Leuchtern der vorbeifahrenden Wagen aus, die alle Personen beinhalten, die entweder zur Arbeit oder von ihr weg fahren. Mein Schirm schütz mich unterdessen weiter vor allen äußeren Einflüssen. Zumindest kommt es mir so vor und ich beginne mich zu fragen ob er dazu in der Lage ist alles Übel von mir fern zu halten. Der Umfang des Regenschirms ist mein persönliches Territorium. Niemand, der kein Auge ausgestochen bekommen oder mir unangenehm nah kommen möchte, hat die Gelegenheit sich mir soweit zu nähern das er mich mühelos berühren könnte. Wo auch immer ich gehe und stehe - dieser kleine Platz unter diesem Tuch gehört ganz allein mir. Ich könnte viele Jahre auf ein und derselben Stelle stehen bleiben und sie für immer für mich beanspruchen, einfach, weil ich mit diesem Mittel gegen Regen alles abwehren kann, was ich will. .

Ich bleibe natürlich nicht stehen, immerhin möchte ich nach Hause und das geht nicht, wenn ich einen unbedeutenden Fleck auf dem Bürgersteig für erobertes Gebiet erkläre. .

Nichtsdestotrotz lassen mich die Eigenheiten des Schirms nicht los und während ich eine Abbiegung nehme und mein Ziel in Sichtweite gerät, schweifen meine Gedanken und Ideen in eine andere Richtung ab. So sehr, wie dieser Umbrella mein Gesicht vor dem kalten Nass schützt, das erbarmungslos auf die Erde niedergeht, so sehr schützt es mich auch vor neugierigen Blicken. Ich bin unsichtbar geworden und wenn man gefragt wird ob man meine Person schon einmal gesehen hat, so müsste man mit nein antworten. Das finde ich sehr angenehm und in gleichem Maße beunruhigend. Wenn ich wollen würde, so könnte ich mit diesem, meinem schnellen Schritt jemanden jagen. Er könnte mich nicht erkennen; zumindest nicht mein Gesicht und ich würde ihn durch die nächtliche Stadt hetzen. Dann würde ich natürlich keine Pakete sondern eine Waffe an mich pressen, mit welcher ich meine Beute nieder zu strecken gedenke. Auf Überwachungskameras wäre ich nur ein Regenschirm und es würde lange dauern, bis man mich anhand meiner Kleidung identifiziert hätte. Grau und Schwarz sind nämlich keine allzu aussagekräftigen Farben. .

So wie ich ein Jäger sein kann, so könnten es theoretisch auch andere. Irgendwo wird vielleicht gerade ein Mensch von dem Regenschirmmörder verfolgt und er oder sie stehen Todesängste aus. Ich kann das nicht wissen, aber ich wünsche es auch keinem. Noch nicht, jedenfalls. .

Die Briefbox, die ich die ganze Zeit angestrebt habe, rückt nun in greifbare Nähe und mir wird schlagartig bewusst, dass mein bisheriger Freund und Helfer nun zu meinem Feind geworden ist. Während ich den Schirm in der linken Hand halte und die Pakete in der rechten, ist es mir nicht möglich die Klappe der gelben Box anzuheben. Ich versuche es, aber gelingen will es mir nicht. Bevor ich mich weiter abmühe und vielleicht kläglich scheitere und meinen Zug verpasse, beschließe ich meine Deckung aufzugeben und wie, als hätte er es gewusst, spricht mich ein junger Erwachsener von der Seite an. .

Kann man Ihnen helfen?, fragt er und ich fühle mich als währe ich fünfzig. Vielleicht ist er erst siebzehn oder jünger und meine zweiundzwanzig Jahre sind für ihn schon respekteinflößend genug. Ich lache mechanisch und zeige meine Hilflosigkeit. Ja, das wäre sehr nett!, antworte ich ihm und er stellt sein Rad zur Seite. Mit absoluter Geduld sieht er mir zu, wie ich versuche beide Pakete gleichzeitig einzuwerfen, was mir natürlich nicht gelingen will also fragt er erneut: Müssen es denn beide gleichzeitig sein? .

Er lacht verlegen und ich hätte ihm am liebsten geantwortet, dass es beide sein müssen. Nicht, weil es der Wahrheit entspräche sondern einfach, weil ich das so möchte. Aber ich lache auch und sage: Nein, natürlich nicht! .

Deswegen nimmt er mir eines ab und ich werfe zuerst das verbliebene und dann seinen Freund ein. Ich bedanke mich, er nickt und zieht von Dannen. Wenig später kaufe ich mir ein Ticket und steige in den Zug heimwärts. Der Regen fällt immer noch. .

6.11.13 06:29


Gefährlich sind die blond Gefärbten

Hallo und guten Tag.

Berufsschule - was für eine fabelhafte Institution! Nicht nur, dass sie eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag im Betrieb bildet und man durch sie das eine oder andere erlernt, was sich während der Bewältigung diverser Arbeitsaufträge als nützlich erweist, man kommt zudem auch noch mit hilfsbereiten, aufgeschlossenen und munteren Mitmenschen in Kontakt und kann Gelegenheitsfreundschaften schließen.

So die Theorie.

Das es ist der Praxis oft anders aussieht, dürfte freilich nicht überraschend kommen. Nicht, dass ich meine Person ausklinken und als überlegender Dritter allwissend über andere urteilen möchte, aber es boten sich doch diverse Gelegenheiten einfach so melodramatisch den Kopf zu schütteln und allen Glauben an die Menschheit zu verlieren, dass ich nun nicht anders kann als mich im anonymen Internet darüber zu echauffieren.

Mir soll es hier um Heidi (Name von der Redaktion geändert) gehen. Heidi ist ein um die Körpermitte herum leicht korpulentes Wesen mit aggressiv blondierten Haaren, deren untere Hälfte aus Extensions besteht. Trotz der leicht auffälligen Make-Up-Schicht und ihrer seltsamen Angewohnheit, sich die Augen so zu schminken, dass dabei irgendwie auch die Farbe der Wimpern und der Augenbrauen verloren gehen wodurch sie stets ein wenig gepresst dreinschaut, wäre sie an und für sich keine allzu unsympathische Erscheinung. Sie hat ein sehr heiteres, vielleicht schon naives Lächeln und sie neigt zu tapsigen, fast plumpen Bewegungen. Aus mir jedoch unbestimmten Gründen scheint sie partout nicht dazu in der Lage zu sein, zu verbergen was für ein geistiger Tiefflieger sie ist.

Die Einstellung, die man einem anderen Menschen gegenüber hat, ändert sich je nach Einstellung, die dieser Mensch seinen Mitmenschen gegenüber besitzt. Ging ich zu Beginn also davon aus, dass sie einfach unbedarft ist und versehentlich zu schlecht sitzenden BHs greift, so warte ich inzwischen darauf das sie jemand öffentlich steinigt.

Heidi erweckt den Eindruck, dass sie fehlerlos durch das Leben geht und ein makelloses Erscheinungsbild besitzt. Diese für sie unumstößlichen Fakten erlauben es ihr, Maria (Name von der Redaktion geändert) zu beschimpfen. Selbstverständlich nicht von Angesicht zu Angesicht und jenseits einer Gefolgschaft, die sich kichern um sie herum versammelt, nein. Sie äußerte sich abfällig über Marias Körperfülle in der Gruppe mit anschließendem Gelächter und auffälligem Hinübersehen.

Was sagt man dazu? Selbstverständlich und als wäre es das Natürlichste auf der Welt nimmt sich Heidi das Recht heraus, andere hör- und spürbar zu diskriminieren. Sie vergisst spontan alle modischen Fauxpas ihrerseits, spachtelt sich weiter ihre malträtierte Haut mit möglichst deckender Paste zu und zeigt mit symbolischem Dreck unter den Fingernägeln auf andere. Dann gibt sie fortlaufend Kommentare darüber ab, dass sie einfache Additionsaufgaben nicht versteht und macht sich nicht die Mühe während des Unterrichts den Kopf vom Tisch zu heben. Nicht, dass mich ihr ständiges Versäumnis sich weiter zu bilden stört, nein, aber mir geht es um den Farbfleck, den sie auf diese Weise für die arme Putzfrau hinterlässt!

Was aber kann man gegen die Heidis da draußen tun? Meine Heidi ist nur ein Beispiel für all die Schönheitsköniginnen da draußen, die den Unterschied zwischen produktiver Kritik und ihrer wenig selbstkritischen Meinung erkennen. Ich rufe nicht dazu auf, alle Formen und Farben zu akzeptieren - ganz sicher nicht! Viel lieber möchte ich sagen: Bitte, bitte - trefft so bald wie möglich auf eine Person, die euch eure Selbstgefälligkeit aus der gepuderten Hackfresse prügelt. Oh ja, das sollte auf jeden Fall dazu gesagt sein!

Verständnis, Rücksicht und Toleranz - das war gestern. Dicke, dünne, hässliche und schöne Frauen so zu nehmen, wie sie sind, ist ein Modell, das jeder für sich auswerten und verwenden kann wie er möchte. Es lässt sich auch gern auf alle Randgruppen der Bevölkerung ausdehnen und jeder hat das Recht sich den Mund fusselig zu quatschen, wenn er über "mehr Miteinander" referiert. Ich jedoch finde, dass gerade solche verblendeten Heidis, die kein Einsehen in ihrer eigene Widersprüchlichkeit haben, mit der harten Faust der Erleuchtung traktiert gehören. Manchmal muss die Faust auch keine wirkliche Faust sein, auch, wenn das ein wenig die Freude bei dem einen oder anderen Vorgarten und Wohnsiedlungsschläger dämpft (na, na, ich will hier ja nicht zur Gewalt an Mitmenschen aufrufen!). Vielleicht genügt es ja schon der abgehobenen Miss Piggy den verbalen Mittelfinger zu zeigen und ihr klar zu machen, dass nur die Scheißhausfliegen anlockt, sollte sie noch weiter den Mund öffnen um ihren Dünnpfiff vom Stapel zu lassen.

Traut euch also euren Heidis die Meinung zu geigen. Das entspannt ungemein und macht das Berufs- und Schulleben um einiges erträglicher.

Was meine Feindsuche angeht, so bin ich im Übrigen natürlich noch nicht fündig geworden. Dafür braucht es leider mehr so eine Emily. Brünett, versteht sich.
30.10.13 20:32


Feindbilder

Hallo und guten Tag,

sagt mal - habt ihr heute schon jemanden so richtig verabscheut und euch gewünscht, dass dieser Person das Schlimmste passiert, das ihr euch nur vorstellen könnt? Wenn ja, so macht euch keine Sorgen und bekommt bloß kein schlechtes Gewissen.

Der Mensch lebt von Reibungen und Konflikten. Sei es, dass er eine bestimmte Meinung zu einem Thema vertritt und diese auch publik machen möchte oder das er von einem geliebten, anderen Menschen erwartet genau so zu denken wie er. Manchmal entspringen gute Ideen und Pläne aus dem Streit mit einer gegnerischen Partei und manchmal passiert es, dass wir erst merken wie falsch wir gelegen haben und was für einen fatalen Fehler wir bereit waren zu tun, wenn uns jemand ordentlich den Kopf gewaschen hat.

Ich für meinen Teil brauche jemanden, den ich irgendwie hassen kann. Haltet mich für bescheuert oder für schwachsinnig, aber genau so ist es. Ich suche nach Herausforderungen; praktisch jemandem, der es wert ist verabscheut zu werden. Eine Feindschaft will verdient sein, nicht wahr? Man kann nicht einfach losziehen und irgendjemanden hassen. Das würde das heilige Gefühl der Rivalität zerstören und das Bild verfälschen.

Nein, es braucht jemanden, den man zeitgleich gleichermaßen für seine Person, seine Taten oder Gedanken in höchstem Maße bewundert.

Ihr seht also, das ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht glaubt. Leider bin ich noch auf der Suche nach der einen, richtigen Person. Vielleicht finde ich sie ja bald und solange ich noch auf sie warte, lasse ich euch gerne an meinem Fortschritt diesbezüglich teilhaben!
30.10.13 06:10


Die ersten Schritte...



...auf wackligen Füßen. Obwohl ich kein HTML-Profi bin und trotzdem meine Grafiken bescheiden daher kommen, hoffe ich dem gewillten Leser bieten zu können, was er sich von meiner Seite erhofft hat und von Emily Truth erwartet.

Natürlich werde ich diesen Blog nicht ohne ein Konzept führen und mir ist viel daran gelegen, jedem, der hier landet, einen gewissen roten Faden zu bieten. Ich möchte euch meine Welt vorstellen - so, wie ich sie sehe; euch teilhaben lassen an den großen und den ganz kleinen Dingen. Vieles von dem, was schon morgen oder erst in fünf Monaten hier stehen wird, wird untrennbar mit meiner Realität verbunden sein, aber macht euch nicht die Mühe nach Augenzeugen zu fragen: ihr werdet keine finden.

Vielleicht werde ich hier und da ein bisschen flunkern, ein bisschen malen und ein bisschen zaubern. Vielleicht wird es keine fliegenden Kraken im Himmel geben, die versuchen mit Hubschrauber großen Saugnäpfen unartige Vorschulkinder zu fangen und vielleicht, aber nur vielleicht, existieren keine Kolibriwürmer, die mit orangeviolettem Gefieder durch regennasse Erde brechen und im tiefen Bass zum Rhythmus des Regens eigens komponierte Opern singen.

Ich möchte euch aber dennoch davon erzählen und irgendwo, zwischen all meinen Zeilen, wird ein bisschen Wahrheit zu finden sein. Irgendwo wird sie sitzen, diese Emily.

Lasst sie uns gemeinsam suchen und auf dem Weg dorthin das eine oder andere Abenteuer erleben. Lob und Kritik sind sehr erwünscht; lasst euch aus. Zeigt mir, was euch gefällt und was nicht, beschwert euch und lacht mich an oder aus.

Ich freue mich auf euch!
27.10.13 01:27





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